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Freiämter: Traumeinstand in der Champions League

Was für eine Geschichte. Bei der 17-Jährigen Murianer Handballerin Daphne Gautschi scheint es nach oben keine Grenzen zu geben. Erstmal stand sie bei ihrem neuen Verein „Metz Handball“ im Aufgebot bei der Profimannschaft. Damit gab sie sich aber nicht zufrieden.

Willi Steffen  | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

(Ws) «Ich realisiere erst jetzt richtig was am Sonntag abgegangen ist», sagte eine gut aufgelegte Daphne Gautschi am Montagabend am Telefon. Damit meinte sie ihren ersten Einsatz beim Fanionteam ihres neuen Vereins «Metz Handball». Wie ist es dazu gekommen? Letzte Woche wurde sie vom Trainer der Profimannschaft für das Training aufgeboten. Nichts ahnend nahm sie hoch motiviert daran teil und freute sich danach auf ein Wochenende zu Hause, bevor sie am Dienstag zur A-Nationalmannschaft einrückte. Der Trainer hatte aber anderes mit ihr vor. Am Freitag eröffnete er ihr, dass sie im Aufgebot für das Champions League-Spiel gegen das deutsche Team SG BBM Bietigheim stehe. Nur allzu gerne verschob sie danach ihre lang ersehnte Heimreise um zwei Tage. «In der Schule konnte man mich nach dem Aufgebot nicht mehr gebrauchen», erinnert sich Gautschi.

CL Keep Smiling

30 Sekunden reichten für ein Tor

Am Sonntag war es dann soweit. Vor 4500 Zuschauern lief sie mit Weltklassespielerinnen zusammen für das Profiteam auf. Dass sie knapp 60 Minuten später gegen den Deutschen Meister im Mittelpunkt stehen würde, hat sie wohl bei Spielbeginn nicht zu träumen gewagt. Und tatsächlich wurde sie vom Trainer nach 57 Minuten aufs Parkett beordert. Was dann geschah war Daphne Gautschi pur. Als wäre es die einfachste Sache der Welt, lief sie im Rückraum in Position und wurde sofort angespielt. Nach einer Körpertäuschung nach links und einem wuchtigen Sprungwurf zappelte das Leder im Netz. «Ich habe nichts überlegt und die Chance gepackt, als die Verteidigerinnen auf der Linie stehen blieben», kommentierte Gautschi ihr erstes Champions League Tor. Schliesslich sei es nur Handball, habe sie sich eingeredet.

Einsatz mit der Nationalmannschaft

Mit dieser Aktion bewies die Murianerin, dass ihr auch im fernen Frankreich ihre Unbekümmertheit nicht abhandengekommen ist. Eine Eigenschaft die auch aktuell mit der Schweizer Frauen Nationalmannschaft gefragt ist. In Tschechien steht Gautschi nämlich seit gestern mit den Eidgenossinnen bei einem Vierländerturnier im Einsatz. Gegnerinnen sind Norwegen, Tschechien und Österreich.

Impressionen von Léon Gautschi