Swiss Handball Awards 2019

Daphne Gautschi - «Best Player Switzerland»

Der unglaubliche Aufstieg

Handball: Daphne Gautschi wird französische Meisterin und ist die beste Handballerin der Schweiz.

Ihr Weg begann als 11-Jährige beim TV Muri. Sie übertrumpfte damals schon alle. Heute ist Daphne Gautschi 18 Jahre alt und wurde bei den «Swiss Handball Awards» zur besten Schweizer Handballerin ausgezeichnet. Ihr Wegbegleiter und Entdecker Thomas Huber aus Muri adelt sie ebenso wie die Schweizer Handball-Welt.

Stefan Sprenger | "Freiämter vom 12.06.20198" - Muri, Bachmattenhalle. Wir schreiben das Jahr 2012. Daphne Gautschi, damals 11 Jahre alt, spielt in der Halbzeit-Pause Basketball. Thomas Huber, Frauentrainer beim TV Muri, fällt sofort auf: Dieses Mädchen hat Talent. «Sie spielte mit Jungs und war trotzdem mit Abstand die Beste», erinnert er sich heute. Huber sorgt dafür, dass sie nicht mehr bei den U13-Jungs spielt, sondern holt sie zu den U18-Juniorinnen und wenig später zu den 3.-Liga-Frauen des TV Muri. Als 13-Jährige bei den Aktiv- Frauen benötigt sie eine Sonderlizenz. Der Trainer hiess Thomas Huber. «Sie war dann massgeblich am Aufstieg von der 3. in die 2. Liga beteiligt », sagt er. Unglaublich, diese Daphne Gautschi, schon damals.

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Auf der Bühne mit dem Megastar

freiaemter grandioses duoVor wenigen Tagen steht die heute 18-Jährige auf der Bühne der «Swiss Handball Awards». Sie wird als beste Spielerin der Schweiz ausgezeichnet. Bester männlicher Spieler ist – wie schon immer in den letzten Jahren – Andy Schmid, der Superstar der Rhein Neckar Löwen aus der deutschen Bundesliga. Gautschi steht mit ihm auf der Bühne und wird gefeiert. «Unglaublich», sagt Daphne Gautschi. «Die Konkurrenz war enorm stark. Ich dachte nicht, dass ich gewinne », sagt sie weiter. Es sei eine riesige Ehre und es macht sie sehr stolz, dass sie solch einen Titel gewinnt. «Und das schon in so jungen Jahren, ich kann es kaum glauben.» Sie feiert den Titel gemeinsam mit der ganzen Familie und hat erstmals auch ihren Freund dabei, einen Fussballer aus Metz. Am meisten strahlen ihre stolzen Eltern: Vater Heinz Gautschi und Mutter Monica Bergamaschi, die ursprünglich aus Wohlen stammt. Es zieht sich wie ein roter Faden durch ihre Karriere: Daphne Gautschi ist immer besser als die anderen Handballerinnen. Und sie ist dabei meist die Jüngste. Schon mit 12, 13 Jahren konnten die älteren Spielerinnen beim TV Muri von ihr lernen. «Sie wollte immer die Beste sein und ihr Tordrang war schon mit 12 Jahren unvergleichbar. Der Stil ist geblieben, die Qualität ist nicht wiederzuerkennen. Daphne war mehr oder weniger immer die Jüngste und rutschte immer viel früher ins nächste Gefäss. Dort angekommen, gehörte sie von Beginn weg zu den Besten», sagt Huber.freiaemter ihrtordrang

 

Huber: «Das habe ich ihr schon vor sechs Jahren gesagt»

Ihr Mentor und früherer Trainer meint weiter: «Es war sicher nicht vorauszusagen, dass sie bereits mit 18 Jahren eine Leistungsträgerin der Nationalmannschaft wird, dass sie ein Tor in der Champions League wirft und am ‹Final Four› dabei ist und dann noch zur besten Handballerin des Landes gekürt wird. Aber dass sie es bis ganz nach oben schaffen kann, habe ich ihr schon vor sechs Jahren gesagt.» Er sollte recht behalten.

Denn nun hat sie es geschafft. Mit Metz Handball, wo sie spielt, wurde sie vor wenigen Tagen doppelte französische Meisterin. Denn sowohl die erste wie auch die zweite Mannschaft gewinnt den nationalen Titel – bei beiden Teams spielt Gautschi. Bei Metz II in der dritthöchsten Liga hat sie eine Leaderrolle. Und in der ersten Mannschaft in der höchsten Spielklasse Frankreichs macht sie den Profispielerinnen Dampf und kriegt regelmässig Einsatzzeit.

Huber, der selbstständig ist (computer- tagesklinik.ch), betreibt schon seit einigen Jahren Daphne Gautschis Homepage. Der Kontakt zu ihr ist nach wie vor stark. «Daphne bedeutet mir sehr viel und wir haben den Kontakt nie verloren, obwohl sie in Frankreich spielt und ich sie die Jahre davor in ihrer handballerischen Entwicklung nicht mehr konkret begleiten konnte. Wenn sie in Muri ist und es ihr die Zeit erlaubt, kommt sie regelmässig bei mir im Geschäft vorbei », sagt er. Denn Gautschi sei auch menschlich auf Weltklasse-Niveau.freiaemter sie wird es so weit schaffen

Die junge Frau aus dem Freiamt ist stolz auf ihre Wurzeln und pflegt ihre Kontakte im Klosterdorf und beim TV Muri, ihrem Stammverein. Nun ist sie kurz vor einem Wechsel zu einem anderen Topverein – so sieht der Plan aus, der schon bei ihrem Wechsel nach Frankreich abgemacht wurde. Gautschi, die in Metz studiert, wird im Sommer mit grosser Wahrscheinlichkeit wechseln. Thomas Huber, heute Trainer der U16-Juniorinnen des LK Zug, sagt: «Wenn Gesundheit und Privatleben weiterhin stabil bleiben, wird sie es so weit schaffen wie noch keine Schweizer Handballerin. Josy Beer – ehemals auch vom TV Muri – wird dann wohl ihren Status abgeben müssen», meint er lächelnd.

Menschlich locker und aufgestellt

Daphne Gautschi, sie ist eine fokussierte Handballerin mit unglaublichen Fähigkeiten für ihr junges Alter. Sie ist menschlich locker und stets aufgestellt. Gautschi ist heute nicht mehr wegzudenken aus der Nationalmannschaft. Nun wird sie sich beweisen müssen. So, wie sie momentan auf und neben dem Handballfeld auftritt, wird sie auch im nächsten Jahr eine heisse Anwärterin auf den Titel der besten Schweizer Handballspielerin sein – und vielleicht wieder lächelnd mit Andy Schmid auf der Bühne stehen. Thomas Huber wird sich 2020 vom Trainerjob zurückziehen. Seit er 18 Jahre alt war, amtete er immer als Trainer. «Ich hoffe, dass ich dann viele Spiele von Daphne schauen kann», sagt er. freiaemter ich werde hart trainierenNatürlich auf Weltklasse-Niveau. Ihr unglaublicher Werdegang wird weitergehen. «Ich werde hart weitertrainieren und hoffe, dass mein Weg noch lange nicht zu Ende ist», meint die 18-Jährige Daphne Gautschi, die nun offiziell ein Star in der Schweizer Frauen-Handballszene ist.. Ihr Weg ging kometenartig nach oben.

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Nomination «Best Player»