SUI - KRO

Vor einem neuen Zuschauerrekord mit 1725 Zuschauern verliert die Schweiz klar und deutlich gegen ein starkes Kroatien

Lernstunde statt Handballwunder

Handball: Daphne Gautschi war mit der Schweizer Frauennationalmannschaft gegen Kroatien chancenlos

Aus dem Traum sich erstmals für einen Grossanlass zu qualifizieren wurde für die Schweizer Handballnationalmannschaft ein Alptraum. Bei der Abfuhr vor 1725 Zuschauern bekam die Murianerin Daphne Gautschi viel Einsatzzeit. Die jüngste im Team wusste dabei dennoch zu gefallen.

(Ws) Mit hängendem Kopf verliess Daphne Gautschi nach dem Abpfiff das Spielfeld. Eine solche Klatsche hatte sie nicht erwartet. „Die Stimmung war super. Wir haben alle daran geglaubt und wollten unbedingt an ein grosses Turnier“, so Gautschi. Vorwerfen lassen muss sich die 17-Jährige wenig. Sie hat alles versucht, um das Handballwunder zu vollbringen. Schon in den Anfangsminuten machte sie Druck und übernahm Verantwortung. Sie ging dahin wo es wehtat. Dem entsprechend bekam sie die Härte der gegnerischen Verteidigung zu spüren. „Die Kroatinnen haben uns mit viel Energie und einer harten Verteidigung überrascht. Mit dieser Gewalt haben wir nicht gerechnet. Denn zu Hause spielten sie weniger konsequent“, meinte sie. Kommt dazu, dass die Schweizerinnen keine Ideen und zu wenig Tempo hatten, um das Abwehrbollwerk der Gegnerinnen zu beunruhigen.

„Bei den Kroatinnen klappte alles, bei uns nichts“

Die jüngste im Team bekam viel Einsatzzeit und war ein Aktivposten. Gleich sechsmal schoss sie auf das gegnerische Tor. Dabei erzielte sie einen Treffer. Zwei Tore von ihr wurden nicht gegeben. Zu ihrem Auftritt sagte sie: „Mit meiner Leistung bin ich zufrieden. Hinten setzte ich das um, was wir abgemacht haben. Offensiv war es schwierig, in den Abschluss zu kommen. Anders sieht es bei der Beurteilung der Mannschaftsleistung aus: „Wir haben extrem schlecht gespielt. Das ist mega schade und stimmt mich traurig. Wir sind nie in einen Flow gekommen. Bei den Kroatinnen klappte alles, bei uns nichts. Offensiv hatten wir zu wenig Tempo und keine Ideen.“

Schliesslich kann man es drehen und wenden wie man will. Die Kroatinnen waren beim 16:33 an diesem Abend für das Schweizer Team einfach eine Nummer zu gross. Allen voran ihre Torhüterin, die mit einer Quote von 57 Prozent herausstach. Die körperliche Unterlegenheit und mangelnde Erfahrung sind wohl die Hauptgründe für das deutliche Scheitern. Einmalig war die Kulisse. Die 1725 Zuschauer feierten jedes Schweizer Tor als wäre es das entscheidende. Auch an Unterstützung mangelte es nicht. Zu guter Letzt verabschiedeten sie die Mannschaft, als hätte sie gewonnen.

In den Ferien die Batterien aufladen

Für Gautschi ging am Samstag mit dem letzten Spiel in Norwegen (18:41-Niederlage) eine ereignisreiche Saison zu Ende. Dass sie bei ihrem französischen Club Metz Handball grosse Fortschritte gemacht hat, bewies sie bei den Spielen mit der Nationalmannschaft. Nun geht es ab in die Ferien. Danach will sie sich in Frankreich für das Profiteam empfehlen. „Ich kann die Vorbereitung mit dem Profiteam mitmachen. Spielen werde ich voraussichtlich weiter im Ausbildungsteam. Ich hoffe aber, dass ich wieder Einsätze in der Champions League

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